In Freiheit zu Fuß durch Europa - von Istanbul zum Nordkap - vom Manager zum Pensionär
Freudig begrüßte Sigrid Steiner, DAV-Vorsitzende, die große Besucherschar zur gemeinschaftlichen Veranstaltung der Kolpingsfamilie Gersthofen und des DAV Gersthofen. Und als Dankeschön erhielt Clemens Bleyl einen Bierkrug mit dem Logo der Kolpingsfamilie Gersthofen vom Vorsitzenden Heinz Schaaf.
So begeisterungsfähig Clemens Bleyl im Berufsleben war, so gestaltete sich auch seine Fußreise. Von seinem anstrengenden Berufsalltag, bei dem er in vielen Nationen unterwegs war, versuchte er, mit dieser außergewöhnlichen Fußreise einen aktiven Übergang in den neuen Lebensabschnitt eines Pensionärs zu schaffen. „Meine Frau gab mir dazu ein Jahr frei“, informierte Clemens Bleyl.
Akribische Vorbereitung, Gewichts-Reduzierung bestimmter Gegenstände (z.B. kein Schweizer Taschenmesser, sondern ein scharfes mit Holzgriff = leichter) für den 16 kg-Rucksack bildeten die Basis. Drei Paar Wanderstiefel benötigte er in den elf Monaten Gehzeit bei einer Gesamtlänge von 7.500 km. Grundlage waren auch Streckenkarten der Route in einem GPS-Gerät mit lange anhaltenden Batterien sowie ein altes Mobiltelefon und eine Trillerpfeife für Notfälle.
Nach dem Start im März 2014 in Istanbul zog er sich in Griechenland eine schwere Fußverletzung zu und musste die Reise unterbrechen, nach Hause und umplanen. Wegen der Hitze in Griechenland begann er nach 7 Wochen Pause am Nordkap bis nach Dresden. Den Winter verbrachte Clemens Bleyl zu Hause. Im April 2015 startete er in Thessaloniki und wanderte nordwärts, um den noch fehlenden Abschnitt zu schließen.
„Nach jeder Stunde Wanderung legte ich fünf Minuten Pause ein, um die Füße zu entspannen“, informierte Bleyl. Durch 13 Länder marschierte er, überquerte in Slowenien und Österreich die Alpen. Er genoss seine „Alleinsamkeit“, freute sich auch über Gespräche mit Mitmenschen, grüßte alle freundlich, um einen frohen Gruß zurückzubekommen. Täglich schrieb er abends Tagebuch und sandte seiner Frau diese Blätter per Post und eine SMS mit einem sieben-Tage-Plan, damit sie wusste, wo er sich aufhielt.
In seinen detaillierten Erzählungen und Erfahrungen begeisterte er die Zuhörerschar. Wunderbare Bilder unterstrichen die Vielfalt dieses außergewöhnlichen Fußmarsches durchs schöne Europa und den Balkan. Clemens Bleyl empfahl: „Mein Motto unterwegs war: Mach nur, was dir gut tut.“
Text von Dagmar Benz