Kolpingsfamilie Gersthofen
im Diözesanverband Augsburg

Kolpingsfamilie Gersthofen: Im Gespräch mit Pfarrer Markus Dörre

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„Das ist ein großes Paket, zu dem ich kein Rezept zur Lösung habe“, startete Pfarrer Markus Dörre vor den aufmerksam zuhörenden Mitgliedern. Mit seinen Gedankenstützen will er Gespräche anregen. Früher gingen Menschen in die Kirche, oft quasi als „Zwang“. Montags besprach man im Unterricht die Predigt. Heute gehen ohne „Zwang“ weniger Menschen zum Gottesdienst. Skandale verspielten die Glaubwürdigkeit zur Kirche.

Viele Änderungen und das Anspruchsdenken in der Gesellschaft lassen Menschen nicht mehr selbstverständlich, sondern Situations-bezogen an Gottesdiensten, z. B. bei Familien-Gottesdiensten teilhaben. „Sind Rahmenbedingungen, ist die Sprache noch passend?“ fragte Pfarrer Dörre in die Runde und fuhr fort „die Sprache der Kirche spricht heute kaum jemand. Daher wende ich die aktuellere Version an“. Zeiteinteilung um die Freizeit änderte sich. Junge Menschen leben ganz anders als früher. Wären wir bereit, Abstriche zu machen an dem, was war wir bisher machten?

Dörre betonte „Menschen in Kirchen zu bringen ist ein Fernziel, weil es für uns eben wichtig ist. Die Selbstverständlichkeit, den Glauben weiter zu geben an Kinder ist heute nicht mehr gegeben. Es ist nicht mehr in Familien verankert wie wir Kirche, Glauben für Familien kennen, kannten“. „Vorher ist Vertrauen in die Kirche zurückzugewinnen. Eine massive Auseinandersetzung der Machtfrage ist zu klären“, sagte Pfarrer Markus Dörre. „In Frankreich wird diskutiert, Bediensteten der Kirche einen Ausweis zu geben mit Einträgen bei Verfehlungen, Straftaten. Die Ausgabe erfolgt über Bischöfe“ berichtete Rosie Eichele von einem TV-Bericht.  Das wird nicht funktionieren eben wegen der Machtfrage – so der Pfarrer. Eine Altenpflegerin berichtete, sie benötige bei jedem Wechsel in ein anderes Heim ein Führungszeugnis. Gemäß Pfarrer Dörre sind bei alle fünf Jahre Präventionsschulungen verpflichtend. Wer mit Kindern und Jugend zu tun hat, benötigt ein erweitertes Führungszeugnis. Katholiken sollten auf Zölibat verzichten, meinte ein Kolping-Mitglied. Der Pfarrer erwiderte: Bei Evangelischer Kirche gibt es auch Probleme und Austritte. Personen, die Missbrauch verübten, gehören bestraft und nicht versetzt.

Vor Ort gibt es derzeit offene Angebote in verschiedenen Fassungen wie „Zeit.Raum“, „Ökumenisches Friedensgebet“ Schnitzeljagd zu Feiertagen oder Kinder-Gottesdienste; nach dem Motto „Angebote sollen nicht mehr nur die ansprechen, die sowieso schon da sind, sondern, um mit anderen in Kontakt zu kommen“, betonte Pfarrer Dörre. Neu ist geplant: „Pfarrei plus“ wie z., B. in Hochzoll.

Beim Pfarrfest waren Viele, so der Pfarrer – weil’s Bier und Essen gibt, kam ein Einwurf eines Anwesenden.

Die Beichte hat sich geändert und wird nicht mehr nur im Beichtstuhl – evtl. im persönlichen Gespräch, auch in freier Natur möglich.

Heinz Schaaf, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Gersthofen, meinte: „Nicht nur die Kolpingsfamilie, sondern mit anderen Vereinen, gemeinschaftlich Kräfte bündeln“. Ab Herbst soll ein “Vernetzungs-Stammtisch“ eingeführt werden, informierte Pfarrer Dörre.

Rosie Eichele fragte: „Könnte eine Messe an unserer Kolping Kapelle stattfinden?“, was der Pfarrer bejahte, auch an anderen Orten ließe dies sich einrichten. Eine anwesende Nacht-Krankenschwester bat um mehr Angebote im Internet, z, B. mit webcam beim Gottesdienst. Dörre entgegnete: „Während Corona gab es Angebote. Sie sind wieder eingeschlafen. Kirche lebt von der Gemeinschaft, vor Ort. Für soziale Medien braucht es geschultes Personal, das sich auskennt und diese Bereiche laufend pflegt, das wäre schwierig.“ Bei Kaffee und Kuchen sprachen die Kolping-Mitglieder noch einige Zeit über dieses spannende Thema.

 

Text und Bilder von Dagmar Benz

25.07.2023
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