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Kolpingsfamilie

Gersthofen

Portrait Adolf Kolping
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Biogasanlage erzeugt Energie

veröffentlicht am

(db) Jeder kennt vom Vorbeifahren an der Straße von Gersthofen nach Gablingen die drei schwarzen Behälter. Was darin passiert, wollte Vorstandsmitglied Rudi Straub genauer wissen. So lud er die Kolpingsfamilie Gersthofen ein z einer Führung mit Anton Liebert, einem der drei Gesellschafter. “Mit dieser wetterunabhängigen Stromerzeugung konnten wir uns eine kalkulierbare Einnahmequelle für unsere Familien schaffen? berichtete Anton Liebert.

Bereits ab 1906 entstanden einige Abwasserreinigungsanlagen mit beheizten Fermerntern zur Abfallreduzierung im Ruhrgebiet. Daraus gewonnenes Biogas wurde erst ab 1922 in wenige städtische Gasnetze eingespeist. Mit den Erträgen konnten einige Klärwerke ihre Betriebskosten damit decken. Ab den 1950er Jahren gewann man Biogas nicht nur aus Abwasser, sondern aus Festmist und später auch mit Gülle. Sinkende Erdölpreise bremsten diese Entwicklung.
Die schlechten Preise der Agrarrohstoffe (Milch, Getreide, Mais etc.) der letzen 20 Jahre zwangen die Landwirte zur Suche nach alternativer Verwendung ihrer erzeugten Rohstoffe. 
Durch die Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2004 wurde für die Erzeugung von Strom aus Biogas eine rechtliche Grundlagen geschaffen. Seit 2004 wuchs die Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland auf 7600 Anlagen an. Diese erbringen nun eine Leistung von rund 3.500 Megawatt (MW – ein MW ist eine Million Watt).

Die Anlage von den Gebrüdern Liebert und ihrem Kompagnon Müller erzeugt 500 kW Strom je Stunde. Die Betreiber setzen mittlerweile außer Gülle, Mais und Getreide Ganzpflanzensilage auch Szarvasi-Gras ein. ?Es ist ähnlich wie Weizen, und bei zwei Jahresschnitten so ertragreich wie ein Maisschnitt?, erläutert Liebert. Die Fahrsiloanlage (Biomassenlagerplatz) fasst 7.000 ? 8.000 t, das sind Einsatzstoffe für ca. 300 Tage. Gärreste verwendet man als Dünger und so schließt sich die Wertschöpfungskette in der Landwirtschaft. Geruchsbelästigung ist kaum vorhanden, seine Anlage steht allein auf weiter Flur.
Anton Liebert zeigte den Besuchern auch Technisches: ?Das Biogas wird in einer Gasaufbereitung gekühlt, getrocknet, entschwefelt und dann von umgebauten Lkw-Motoren mit angebauten Generatoren verbrannt?. Das Einspeisen erfolgt über einen eigenen Trafo, eine Erdleitung führt Richtung Schmutter. ?Ohne Büroarbeit geht es nicht, wir haben Tagebuchführung und einmal jährlich eine Plausibilitätsprüfung für die LEW. Genehmigungsrechtlich ist die Grundlage unserer Biogasanlage das Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG)?. Zukunftsorientiert und umweltfreundlich ist er damit auch: ?Biogas als Abbauprodukt entsteht als organischer Stoff beim Vergären. Das Treibhausgas CO2 wird nicht emittiert?, überzeugte Liebert die Mitglieder der Kolpingsfamilie Gersthofen.