(db) Der ?Weiße Sonntag? findet heutzutage an verschiedenen Sonntagen statt, um die Pfarreien zu entlasten. Bei den Senioren der Kolpingsfamilie Gersthofen war die erste Heilige Kommunion aber noch am Weißen Sonntag und es war ein ganz besonderer Tag. Rosie Eichele vom Kolpingsvorstand lud die Senioren ein, über ihre eigenen Erlebnisse zu erzählen. In den Nachkriegsjahren war alles spärlich. So trug Annemarie Langenmayr das vergilbte Kleid ihrer älteren Schwester, Schafwollstrümpfe und braune Schuhe. Leider gab es kein Photo, dies war zu teuer. An Stelle einer Torte aßen die Gäste Nusshefezöpfe. Doch Anni Neis bekam von ihrer Mutter, diese war Näherin, ein sehr schönes – selbst genähtes – Kommunionkleid. Hans Remmele erinnerte sich gerne ?ich war ein fescher Kommunionbub?. Große Kerzen hatten die meisten der Senioren bekommen.
Gefeiert wurde zu Hause bei einfachen Mahlzeiten im Kreise der Verwandtschaft, Torten waren durch Nuss-Hefezöpfe ersetzt. Brauch war es bei Rosie Eichele, die Kommunionkinder das Essen wählen zu lassen. ?Als Geschenke gab es beispielsweise Sammeltassen mit Gravur oder Pralinen?, erzählte Rosie Eichele.
Bild: Rosie Eichele