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Kolpingsfamilie

Gersthofen

Portrait Adolf Kolping
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"Lehrjahre sind keine Herrenjahre".

veröffentlicht am

(db/ef) Viele Senioren kennen den Spruch ?Lehrjahre sind keine Herrenjahre? nur zu gut. So berichteten die Kolping-Senioren unter dem von Rosie Eichele vorgegebenen Motto im Oktober ihre Erlebnisse. Die Buben mussten zum Arbeitsdienst, die Mädchen absolvierten das sogenannte Pflichtjahr, bevor sie einen Beruf erlernen durften. Frau Braun erzählte: ?Ich wurde zur Arbeit in einem Rüstungsbetrieb verpflichtet, hatte keine freie Wahl?. Manche Mädchen verdingten sich bei Bauern, bekamen wenig zu essen und gingen oft hungrig zu Bett. Jugendschutzgesetze kamen später, Arbeitsschutz wie heute gab es nicht. Arbeitszeiten waren oft 50 – 60 Wochenstunden einschließlich des Samstag. Sie erlebten hautnah die Strenge der Lehrherren, wurden zu Botengängen eingesetzt.
?Davon sind wir heute weit entfernt. Meine Enkelin hatte schon eine Schreinerlehrstelle und noch ein Praktikum im Krankenhaus absolviert. Heute ist sie als Kinderkrankenschwester glücklich in ihrem Beruf und wurde keine Schreinerin?, berichtete Rosie Eichele. Adolph Kolping wollte bereits um 1849 soziale Probleme bewältigen mit Hilfe des katholischen Gesellenvereins. An vielen Orten wurden darauf aufbauend Gesellenvereine gegründet, um  jungen Handwerkern eine Zufluchtsstätte gewährt. Ziel dieser Vereinigung war es, jungen Handwerkern Bildung, Geselligkeit und religiösen Halt angedeihen zu lassen. Bei Kolping Augsburg finden junge Menschen während der Ausbildung im Jugendwohnheim eine Heimat auf Zeit und durch das Kolpingbildungswerk neben ausbildungsbegleitenden Hilfen auch viele Möglichkeiten der Qualifizierung. ?Die heutigen Ausbildungsvarianten an Schulen, berufsbegleitende Bildungsmaßnahmen, Praktika zur Suche und Bestimmung des Berufswunsches bieten vielseitige Möglichkeiten, sich auf den Arbeitsweg vorzubereiten?, meinte Rosie Eichele und dankte den Senioren für ihre Erzählungen.