(db/ef) Viel zu lachen hatten die Senioren der Kolpingsfamilie Gersthofen an diesem Nachmittag. Als Motto gab Rosie Eichele den ?ersten Schultag? vor, jeder sollte Bilder mitbringen. So waren es amüsante Stunden mit sehr persönlichen und lustigen Erzählungen. Anna Maria Langenmayr ging während der Kriegszeiten mit von den Eltern geflochtenen Seegrasschuhen in ihre Dorfschule und wurde dafür ausgelacht. Lederschuhe waren in diesen schweren Zeiten Mangelware. Ja und dann erzählte sie noch die Geschichte vom Raben. Ihr Bruder Anton nahm eines Tages beim Dorfbäcker dessen zahmen Raben mit. Er konnte nicht mehr fliegen, erzählte er der staunenden Mutter. Weil Nahrung knapp und die Kasse leer war, landete der Rabe dann im Suppentopf, allen schmeckte er auch. Der zornige Bäckermeister wollte seinen Raben zurück, dann würde der Schüler nicht bestraft, so betonte er beim Schulleiter. Anton genierte sich zu gestehen, seine Schwester Anna Maria Langenmayr gab es kleinlaut zu. Darum wurde Anton doch bestraft.
?In unserer Dorfschule bei Violau mussten Schüler nach ihren ?Schandtaten? zur Strafe unter das Pult hocken? berichtete Maria Birling. Ein Schüler hielt sich nicht daran. Weil sein Vater mitgeteilt hatte, wenn die Schule zu wenig Bänke habe, braucht sein Sohn nicht druntersitzen. So ging dieser Bub nach Hause.
Teilweise bis 70 Minuten dauerten die Fußmärsche zur Volksschule während des Krieges. Besonders im Winter war dies manches Mal anstrengend. Wasserabweisende Schuhe gab es noch nicht, so trugen die Kinder mehrere Paar Socken.
?Wir geben jetzt immer ein Motto vor für unsere agilen Senioren? betonten Rosie Eichele und Rupprecht Straub gemeinsam. Das gestaltet diese Stunden persönlich, jeder Teilnehmer kann etwas beisteuern aus seinem erlebnisreichen Leben.
Bild: Manfred Geyer
Kolping-Senioren erinnern sich am Kaffee-Tisch
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